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Zentrum für Hochschullehre (ZHL)

Hochschuldidaktische Weiterbildung für alle Lehrenden der Universität Bayreuth

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KI im Lernprozess - Welches Werkzeug für welches Lernziel?

17.09.2026, 09:00 - 10:30 Uhr
Dieses Seminar findet rein virtuell statt und wird mittels ZOOM organisiert. Sie benötigen dafür einen Computer mit Mikrofon und Kamera. Alles Weitere erfahren Sie per E-Mail.

Studierende lernen auf unterschiedliche Weise: Sie eignen sich Wissen an, erkunden Zusammenhänge, diskutieren, arbeiten zusammen, üben und produzieren eigene Texte, Präsentationen und Lösungen. Diese sechs Formen studentischer Lernaktivität – nach Laurillard (2012) Acquisition, Inquiry, Discussion, Collaboration, Practice und Production – sind keine Phasen, die nacheinander durchlaufen werden, sondern Lernmodi, die sich in jeder guten Lehrveranstaltung abwechseln und wiederholen. Gute Lehre gestaltet diese Mischung bewusst.

Für viele dieser Lernaktivitäten stehen an der Universität Bayreuth inzwischen KI-gestützte Werkzeuge bereit, die das ZHL betreut, begleitet und evaluiert. Dieses Auftaktseminar ordnet die Werkzeuge didaktisch ein – und zwar konsequent von der Pädagogik her: Ausgangspunkt ist nicht das Tool, sondern die Frage, welche Lernaktivitäten Ihre Studierenden ausführen sollen, damit sie Ihre Lehrziele erreichen. Erst dann wird gefragt, ob und wie ein Werkzeug diese Aktivität sinnvoll unterstützt. Diese Logik – vom Learning Outcome über die Lernaktivität zur Technologie – folgt dem Constructive Alignment und wird international z. B. im ABC Learning Design (Young & Perović 2016) praktiziert, wo digitale Werkzeuge den sechs Lernformen in sogenannten Tool Wheels zugeordnet werden. Im Seminar entwickeln wir gemeinsam das „Tool Wheel" der Universität Bayreuth. 

Das Seminar behandelt stichwortartig diese Themen:

  • wie Studierende lernen: die sechs Formen studentischer Lernaktivität nach Laurillard (Aneignen – Erkunden – Diskutieren – Zusammenarbeiten – Üben – Produzieren)
  • Constructive Alignment als übergeordnete Designlogik: Learning Outcomes → Lernaktivitäten → Assessment → erst dann: Technologie
  • die eigene Lehrveranstaltung analysieren: Welche Lernaktivitäten dominieren, welche fehlen?
  • Feedback und Begleitung: Welche Rückmeldung braucht welche Lernaktivität?
  • selbstorganisiertes Lernen: Welche Aktivitäten können Studierende eigenständig ausführen, wo braucht es Struktur?
  • Zuordnung der ZHL-KI-Werkzeuge zu den sechs Lernformen – inklusive einer ehrlichen Analyse: Wo unterstützt KI stark (z. B. Üben, Erkunden, Produzieren), wo bislang kaum (z. B. Zusammenarbeiten)?
  • Rollenklärung: Lehrende steuern Inhalte und Verhalten der KI und behalten die didaktische Verantwortung

Angesprochene Plattformen/Tools (mit Zuordnung zu den Lernformen):

Alle Plattformen werden mit didaktischer Zielorientierung verknüpft und hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für Ihre Lehrsituation reflektiert. Am Ende des Seminars wissen Sie, welche Lernaktivitäten Sie in Ihrer Veranstaltung stärken möchten – und welches Vertiefungsseminar der Serie und welches Werkzeug dazu passt. 

Lernziele

Nach dem Seminar können Sie:

  • die sechs Formen studentischer Lernaktivität nach Laurillard erklären und in Ihrer eigenen Lehrveranstaltung identifizieren,
  • Ihre Lehrveranstaltung entlang der Logik Learning Outcomes → Lernaktivitäten → Assessment analysieren und Entwicklungsfelder erkennen,
  • die KI-Werkzeuge des ZHL den Lernformen zuordnen und begründet entscheiden, ob und welches Werkzeug für Ihr Lehrziel einen Mehrwert stiftet,
  • die didaktischen und ethischen Rahmenbedingungen des KI-Einsatzes in der Lehre reflektieren.

Methoden

Kurze Impulse wechseln sich mit Live-Demonstrationen der Werkzeuge und moderierten Austauschphasen ab. Sie analysieren von Beginn an eine eigene Lehrveranstaltung entlang der sechs Lernformen und verlassen das Seminar mit einer ersten Skizze, welche Lernaktivität Sie stärken und mit welchem Werkzeug Sie dies erproben möchten. 

Literaturhinweis (zur Vertiefung, keine Voraussetzung): Laurillard, D. (2012). Teaching as a Design Science. Routledge. | Young, C. & Perović, N. (2016). Rapid and Creative Course Design: As Easy as ABC? Procedia – Social and Behavioral Sciences, 228, 390–395.

Transferbegleitung

Lehrende der Universität Bayreuth können sehr gerne weiterführende Gespräche mit dem ZHL führen, um die Lehrkonzeption mit den vorgestellten Konzepten und Plattformen tiefgehender zu besprechen. Bitte buchen Sie hier einen Termin: https://meet.zhl-ubt.de 

Für die Treffen werden gesondert Arbeitseinheiten vergeben. Das ZHL richtet Zugänge zu den Plattformen ein und begleitet Sie von der ersten Idee bis zum Einsatz. 

Begleitforschung

Wenn Sie ein Werkzeug einsetzen, laden wir Sie herzlich ein, die Begleitforschung gemeinsam mit uns zu gestalten.

 

Referent
Paul Dölle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Hochschullehre (ZHL) der Universität Bayreuth. Seine seit 2014 entwickelte Expertise im Bereich digitaler Lehrinnovationen zeigt sich in der Leitung des hochschuldidaktischen Seminarprogramms. Er entwickelte das ExamSim-Projekt, einen KI-basierten Simulator für mündliche Prüfungssituationen, der mittels eines digitalen Avatars realitätsnahe Prüfungs- und Dialogszenarien ermöglicht. Zudem war er maßgeblich an der Antragstellung für die Projekte QUADIS (Fördervolumen 4,989 Mio. Euro) und XRCampus beteiligt.
In seinen Seminaren vermittelt er die Grundlagen der Hochschuldidaktik, moderne Lehrmethoden wie Flipped Classroom, KI-gestützte Tutorsysteme, Interaktivität in Großgruppen sowie die Erstellung und Optimierung von Lehr- und Lernvideos. Dabei legt er besonderen Wert auf eine ziel- und praxisorientierte Arbeitsweise in interaktiver und positiver Atmosphäre. Ein weiterer Fokus liegt auf der Qualifizierung von Tutor:innen und E-Tutor:innen.

 

Link zur Anmeldung

Verantwortlich für die Redaktion: Susanne Henke

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